Warum die Fähre mehr ist als eine Verbindung
Die Strecke zwischen Wellington und Picton ist mehr als der praktischste Weg von einer Insel zur anderen. Der Marlborough Sound, den die Fähre bei der Einfahrt nach Picton durchquert, ist einer der schönsten Fjordarme Neuseelands: tiefblaues Wasser, bewaldete Berghänge, kleine Inseln, manchmal Delfine neben dem Bug. Die dreieinhalb Stunden vergehen in diesem letzten Stück schnell.
Es gibt keine Brücke zwischen Nord- und Südinsel, und das ist gut so. Die Fähre ist Teil des Neuseeland-Erlebnisses. Wer einmal in Wellington mit dem Campervan auf das Schiff gefahren ist, versteht sofort, dass das keine lästige Logistik ist, sondern Reise.
Interislander oder Bluebridge
Es gibt zwei Fähranbieter auf der Wellington-Picton-Route: Interislander von KiwiRail und Bluebridge. Interislander ist der bekanntere, hat größere Schiffe und mehr Abfahrten pro Tag. Bluebridge ist etwas günstiger, hat ebenfalls gut ausgestattete Schiffe und ist eine seriöse Alternative.
Preislich liegen beide ähnlich. Für einen Campervan inklusive zwei Passagieren kostet die Überfahrt je nach Saison und Buchungszeitpunkt ca. 200 bis 350 NZD. Je früher gebucht, desto günstiger.
Empfehlung: Früh buchen und eine Abfahrzeit wählen, bei der man den Marlborough Sound bei Tageslicht durchfährt. Die besten Lichtbedingungen für die Sound-Einfahrt sind am Nachmittag bis frühen Abend.
Buchung und Ablauf am Hafen
Buchen auf interislander.co.nz oder bluebridge.co.nz. Die Fahrzeugkategorie genau angeben: Campervan 3 bis 5 Meter, 5 bis 6 Meter, über 6 Meter. Falsche Kategorie kann zu Problemen beim Einchecken führen.
Am Hafen in Wellington erscheint man 45 bis 60 Minuten vor Abfahrt. Es gibt ein Eincheckgebäude, das Ticket wird kontrolliert, man bekommt eine Spurzuweisung und wartet auf die Einfahrt-Freigabe. Das Schiff wird von hinten beladen, die Crew gibt klare Anweisungen.
Im Inneren des Schiffes gibt es Restaurant, Cafeteria, Lounges und einen Kinderspielbereich. Der Campervan bleibt für die Dauer der Überfahrt im Autodeck gesperrt. Wichtige Sachen vorher aus dem Fahrzeug holen: Essen, Kamera, Regenkleidung.
Wetter auf der Cook Strait
Die Cook Strait gilt als eine der rauesten Meeresstraßen der Welt. Die meisten Überfahrten verlaufen problemlos, aber bei starkem Wind oder rauher See kann die Fahrt spürbar sein. Wer anfällig für Seekrankheit ist, sollte Tabletten mitbringen und sich einen Sitzplatz in Schiffsmitte auf Hauptdeckhöhe suchen.
Fähren können aus Wettergründen ausfallen oder verschoben werden. Für Reisen, bei denen das Zeitfenster knapp ist, eine Puffernacht in Wellington oder Picton einplanen. Beide Anbieter bieten bei wetterbedingten Ausfällen kostenlose Umbuchung auf die nächste Abfahrt an.
Wellington und Picton: Was sich noch lohnt
Wellington verdient mehr Zeit als die meisten Reisenden einplanen. Als Abfahrtsort hat die Stadt viel zu bieten: Te Papa Museum, Cuba Street mit guten Cafes, Cable Car mit Aussicht, die engste und lebendigste Innenstadt aller neuseeländischen Städte.
Picton auf der anderen Seite ist das Tor zu den Marlborough Sounds. Eine Fahrt auf der Queen Charlotte Drive ist empfehlenswert: 35 km Küstenstraße mit Blick auf die Sound-Arme. Abends in Blenheim übernachten und am nächsten Morgen durch die Marlborough-Weinberge fahren.
Häufig gestellte Fragen
- Wie weit im Voraus sollte ich die Fähre buchen?
- In der Hauptsaison (Dezember bis Februar) mindestens 4 bis 6 Wochen im Voraus, idealerweise mehr. In der Schultersaison reichen 2 bis 3 Wochen. Last-Minute ist manchmal möglich, aber die Kapazität für große Fahrzeuge ist begrenzt.
- Was passiert wenn mein Campervan größer ist als gebucht?
- Beim Einchecken wird das Fahrzeug gemessen. Falsche Kategorie kann einen Aufpreis bedeuten oder im schlimmsten Fall das Nichteinschiffen. Immer die genauen Maße des gebuchten Fahrzeugs angeben.
- Kann ich während der Überfahrt auf dem Autodeck bleiben?
- Nein. Das Autodeck ist während der Fahrt gesperrt. Man geht nach dem Einparken sofort in den Passagierbereich.

